Aufsuchende Familientherapie wird angeboten,
wenn sich Familien in schwierigen Situationen befinden. Sie
richtet sich an Familien, bei denen das Wohlergehen und die
Entwicklung der dort lebenden Kinder gefährdet ist und/oder
eine Fremdunterbringung erwogen wird.
Meistens fällt es diesen Familien besonders schwer, sich
Komm-Struktur-Angeboten zu öffnen, da sie resigniert
und hoffnungslos sind, Vertrauen in externe Hilfe verloren
oder nie besessen haben und erschwerte Lebenslagen zu bewältigen
haben.
Dies zeigt sich z. B. bei massiven Schwierigkeiten in der
Erziehung; bei Kindeswohlgefährdung wie körperlicher
oder psychischer Gewalt, emotionaler Vernachlässigung,
sexueller Gewalt, bei psychischen und/oder Suchterkrankungen
der Eltern oder auch im Vorfeld, während und nach einer
stationären Unterbringung der Kinder oder Jugendlichen
mit dem Ziel der Erarbeitung der notwendigen Voraussetzungen
für eine Rückführung in die Familie.
Aufsuchende Familientherapie ist eine therapeutische Hilfe, das heißt,
sie strebt Veränderungen der Systemstruktur an. Ziel ist es, auf der Grundlage
einer ressourcen- und lösungsorientierten Vorgehensweise die Möglichkeiten
der Handlungsspielräume der Familien zu erweitern und somit ihre
Problemlösefähigkeiten zu stärken. Dabei werden nachhaltige
Veränderungen innerhalb der Familienstruktur und Beziehungsmuster angestrebt.
Die aufsuchende Familientherapie erfolgt nach konkreter Auftragserteilung im Rahmen
des Hilfeplans durch den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) und die Familie.
Die aufsuchende Familientherapie umfasst in der Regel 26 Sitzungen in einem Zeitraum von 6 Monaten.
Die Sitzungen finden überwiegend im Lebensumfeld, d.h. in der Wohnung der Familien
statt. Dabei arbeiten jeweils 2 Therapeutinnen mit der Familie.
Der Jugendhaus Leipzig e.V. ist neben der Triade GbR, dem Caritasverband Leipzig
sowie Plan L gGmbH Mitglied im Kooperationsverbund AFT+.
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