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Aus dem Reisetagebuch: Sommerfahrt
2006 |
| Paddeln in Polen auf der Drawno |
09.08.2006
Nur noch Stunden bis zum Start - Das Wichtigste ist eine gute
Vorbereitung und Planung. Im Jugendhaus werden gemeinsam alle
überlebenswichtigen Dinge, wie Zelt, Schlafsack, Kocher,
etc., zusammengesucht. Nach ausgiebiger Kontrolle der Zelte
gibt es nun endlich das o.k. - wir sind für die morgige
Reise gut ausgerüstet. |
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Abfahrt ist 10 Uhr von der Krähenhütte.
Wie erwartet kann die Fahrt nicht pünktlich angetreten
werden, da die Sozialpädagogen wichtige Dinge im Büro
und andere ihren Personalausweis in der Krähe vergessen
hatten.
Dann geht es aber doch fast planmäßig los!
In Deutschland kommen wir gut vorwärts, aber bald hinter
der Grenze geht es nur noch schleppend voran. Mal war der Laster
zu langsam, die Straße zu eng zum Überholen oder
nur Sandpiste, so dass wir mit 10 km/h kriechen müssen.
Doch wir haben es geschafft und sind mit einbrechender Dunkelheit
in Drawno angekommen. Jetzt heißt es, Zelte aufbauen,
Grill anschmeißen und entspannen. Je später es wird,
um so lustiger wird die Runde. Selbst aus der fixen Idee, doch
noch im See baden zu gehen, wird purer Ernst. Zwar gab es einige
Feiglinge (ich will hier keine Namen nennen), aber jeder hat
seinen Spaß, besonders als Sven in die flache Seite des
Sees springt.
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11.08.2006
Früh um 7 Uhr geht der Weckdienst herum, um alle Schlafmützen
aus dem Zelt zu jagen.
Nach einer morgendlichen Stärkung und gepackten Sachen
(und es ist gar nicht so einfach alle Sachen in das kleine Boot
zu verstauen), sind wir startklar und können das Paddelabenteuer
beginnen.
Gleich am ersten Tag geht es über Stock und Stein, und
immer kurz vor dem Kentern. Oder auch mit vollgelaufenen Boot.
Der Fluß zeigt sich von seiner wildesten und schönsten
Seite. Unter Wurzeln hindurch oder auf Bäumen aufsetzend.
Aussteigen und das Boot durch den Schlamm ziehen, schieben und
hiefen (wer spricht hier noch von treideln?). |
Mit einer zwischenzeitlichen
kurzen Snackpause zur Stärkung sind wir ansonsten kaum
zu bremsen. Nach sagenhaften 20,3 km gehen wir am Biwakplatz
Bogdanka an Land und schlagen unsere Zelte auf. Blasenvergleich
an Land. Wer hat die dickste Blase am Daumen? Der Punkt geht
an Henning.
Zum Abendbrot gehen wir zu einer Imbissbude, wo es leckere Hamburger
und Hot Dogs mit ganz viel Weißkraut
und extra viel Soße und auf- |
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getaute Piroggen (Teigtaschen), in einem See von
Bratöl mit Zwiebeln angerichtet, gibt. Wir stopfen uns
den Magen, soweit wir das Essen hinuntergeschluckt bekommen,
voll.Wie wohl zu erwarten, bleiben die Piroggen übrig.
- Keiner möchte diese essen. - Aber wegschmeißen
können wir das gute Essen auch nicht. Somit wird um die
Piroggen gespielt. Na, und wer darf sie essen..... Die Verlierer!
Gestärkt vom guten Abendbrot und gewärmt vom Lagerfeuer
gehen alle schlafen, um fit für den nächsten Tag zu
sein. |
12.08.2006
Ganz verwundert stehen am heutigen Morgen die Sozialarbeiter
zuletzt auf, da fast alle Jugendlichen vor ihnen schon wach
sind. Diesmal müssen wir fast mit hungrigen Magen losfahren,
da wir die Vorräte an Essen verbraucht haben. Manche wollten
gleich mit dem Boot ins Wasser (keine Namen), andere bleiben
an Ästen oder Wurzeln hängen, der Hunger treibt uns
voran. Keine Essensversorgung auf der Strecke, es geht bereits
in den Nachmittag. Endlich, ein Dorf! In der Nähe des Dorfes
wird angelegt und nach dem polnischen sklep- (Lebensmittel)-laden
gesucht, wo wir wieder Nahrung kaufen können. Kurz gestärkt
und zurück zu den Booten geht es weiter, auf der Suche
nach einen Zeltplatz in der Wildnis. |
Zelten auf dem Felde, ein in der Nähe gelegener
Wald spendet uns das Holz. Das Lagerfeuer knistert und die Nudeln
kochen. Was ist das für ein Schlemmen?!
Mit solch einen vollen Magen sind wir, glaube ich, in den letzten
Tagen nicht schlafen gegangen. |
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13.08.2006
Es regnet ununterbrochen. Trotzdem versuchen wir ein Feuerchen
an zu bekommen, um etwas Warmes trinken zu können. Während
das Wasser versucht zu kochen, werden kleine Wildtiere verzehrt.
Outdoor...
Jeder kriecht nochmal ins Zelt, ruht sich aus und wartet auf
besseres Wetter. Doch der Himmel bleibt grau. Trotzdem, wir
müssen weiter. Und alles war sowieso naß. Zusammenpacken
und die letzten Folietüten als kreativen Regenschutz überziehen.
Dem Regen entgegen zum nächsten Biwakplatz. Biwak nové,
von hier können wir den Bus holen. Zeit für die anderen
ein Feuer zu machen, um zu versuchen die Sachen zu trocknen.
Mit einer warmen Mahlzeit und einer lustigen Runde ging auch
dieser Abend schnell vorüber.
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14.08.2006
Heute ist eine Städtetour angesagt. Eine kleine Überlandfahrt
nach Poznan. Hier kann jeder seinen eigenen Weg gehen. Ach ja,
es hat aufgehört zu regnen!
Nach dem Ausflug haben wir uns einen netten Campingplatz mit
einem See gesucht, wo wir auch den nächsten Tag bleiben
können. Den Namen des Ortes wollen wir hier nicht verraten,
dies bleibt unser Geheimtipp. Aber vielleicht erkennt ja einer
diesen schönen Ort anhand des Fotos ?
Das Feuer zum Wärmen (wo ist bloß mitten im August
der Sommer hin?) und zum Kochen (wieder mal beste Küche).
Großes outdoor - Wissensspiel am Feuer, für Nichteingeweihte
zwei Probefragen:
- Wie reagiere ich wenn Bären nachts ums Zelt schnüffeln?
oder 2. Wie weit ist das Gewitter
entfernt, wenn zwischen Blitz und Donner 10 Sekunden vergehen?
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15.08.2006
Das kleine Dorf ist schnell erkundet, der See durchschwommen
und die polnischen Zeltnachbarn kennengelernt. Der Tag bleibt,
um besondere Kocharten zu testen. Kochen im Erdloch mit heißen
Steinen. Auf der Speisekarte steht Fisch. |
16.08.2006
Heute heißt es, Abfahrt in Richtung Heimat. Mit Frühstück
gestärkt wird der Bus bestückt, mit Gepäck und
allen Mitfahrern.
Ein wenig schwieriger als die Ausreise nach Polen wird die Wiedereinreise
nach Deutschland.
Wir dürfen nicht so einfach durchfahren, nein, erst mal
den Bus auf dem Seitenstreifen abstellen und genaueste Kontrolle
der Pässe. Da stellt sich nun wirklich die Frage, wer hier
das schwarze Schaf in der Gruppe ist? Zum Schluß sind
es noch die Sozialpädagogen. Oder etwa der bunte Bus? |
Doch,
wir haben es geschafft und sind gesund und munter wieder in
Leipzig angekommen. Nun also heißt es warten auf den
nächsten Sommer.
Paddeltour 2007, ein Bericht wird definitiv folgen.
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P.S.: Ach so, falls es wen
interessiert, die Antwort auf die Fragen:
das Gewitter ist etwa 3 Kilometer entfernt und wenn es wirklich
der Bär ist, der nachts ums Zelt schleicht - ruhig verhalten
dann läuft er meistens weiter, es sei denn es liegt noch
eine leckere Knackwurst im Zelt... |
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